News

Gleiche Ausbildung - Ungleicher Lohn

Bild: Shutterstock, CalypsoArt
Bild: Shutterstock, CalypsoArt

[23|11|2018]

Erheblicher Gender Pay Gap für Absolventinnen der FK09

Trotz gesetzlicher Regelungen gegen Lohndiskriminierung werden Männer und Frauen in Deutschland noch immer unterschiedlich bezahlt. Das gilt leider auch für die Absolventinnen der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen. Zu diesem Ergebnis kam Prof. Dr. Elke Wolf durch eine Auswertung der Alumni-Befragung vom Sommersemester 2018.

 

Die Befragung wurde online durchgeführt und erreichte 1873 Absolventinnen und Absolventen. Insgesamt haben 231 Absolventen und 64 Absolventinnen auf die Befragung geantwortet. Lohninformationen liegen für 199 Männer und 54 Frauen vor.

 

Vergleicht man die Bruttomonatslöhne, so zeigt sich, dass Frauen im Durchschnitt 28 Prozent weniger verdienen als Männer. Berücksichtigt man zusätzlich die durchschnittlichen Boni und Zulagen, wächst das Lohndifferential auf 34 Prozent. Wenn Teilzeitbeschäftigte ausgeschlossen werden, sinkt der Lohnabschlag von Frauen auf 26 bzw. 33 Prozent. „Wenn man bedenkt, dass alle die gleiche Ausbildung an unserer Fakultät durchlaufen haben, sind diese Lohnabschläge sehr hoch,“, sagt Prof. Dr. Elke Wolf.

 

Ein Teil der Lohnunterschiede lässt sich zum Beispiel dadurch erklären, dass Männer häufiger einen Master machen oder in Führungspositionen arbeiten. Absolventinnen der FK09 verdienen jedoch trotz Berücksichtigung dieser Einflussfaktoren mind. 13% weniger als ihre männlichen Ex-Kommilitonen. Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass auch die Absolventinnen der FK09 mit Ungleichbehandlung am Arbeitsmarkt konfrontiert sind.

 

Was können die angehenden Ingenieurinnen dagegen tun? Persönliche Einkommensnachteile lassen sich zum Beispiel dadurch begrenzen, dass sich Frauen im Rahmen der Lohnverhandlung über das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens informieren und damit ihre eigene Einkommensposition verorten. Darüber hinaus ist ein Blick auf die Lohnunterschiede zwischen den Branchen hilfreich, um Lohnunterschiede auszunutzen. Leistungsabhängige Lohnkomponenten bergen zwar das Risiko schwankender Einkommen, sollten aber immer gut mit Hilfe realistischer Annahmen geprüft werden. Männer sind – bei gleichem Leistungsniveau – häufiger bereit dieses Risiko einzugehen und erzielen mit diesen Verträgen deutlich höhere Einkommen.

 

Zur Vorbereitung auf die ersten Gehaltsverhandlungen, sei es für ein Praktikum oder den Berufseinstieg, bietet die Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen einen Workshop für Studentinnen an. Die erfahrene Trainerin und langjährige Personalleiterin Claudia Irsfeld informiert über typische Denk- und Verhaltensmuster sowie erfolgreiche Strategien zur Verhandlung eines gerechten Lohnes. Mehr Informationen zum Workshop finden Sie im Flyer.

 

Workshop: Gehaltsverhandlung für Berufseinsteigerinnen

Termin: 13.2.2019 (10 – 17 Uhr)

Anmeldung:

 

Prof. Dr. Elke Wolf